Kleine Achtsamkeitsübung beim Essen

 

Für achtsames Essen sollten Sie zunächst günstige Umstände schaffen. Positive Sinneseindrücke stärken die Verdauungskraft, denn wir nehmen beim Essen nicht nur Nahrung auf, sondern auch Farben, Gerüche und Eindrücke. Das ist auch der Hintergrund jeder Tischkultur. Wenn wir in ansprechender Umgebung speisen, verwöhnen wir unsere Seele. Legen Sie schöne Musik auf, lüften Sie den Raum nochmal durch, probiere Sie aus, was Ihnen persönlich gut tut. Essen soll ein schönes und sinnliches Erlebnis sein.

 

Setzen Sie sich zum Essen an den Esstisch und verbannen Sie Zeitungen, Handy und Computer. Überprüfen Sie, ob Sie bequem sitzen. Das ist wichtig, denn wenn Sie nicht bequem sitzen, werden Sie das Essen instinktiv schneller hinter sich bringen wollen, um die unbequeme Haltung aufzugeben. Halten Sie bewusst inne, fangen Sie nicht gleich an, zu essen. Machen Sie sich klar, dass nun eine Zeit kommt, in der Ihr Körper zur Ruhe kommen darf und das unbewusste Gedankenkarussell, das viele von uns so gerne begleitet, abgeschaltet werden soll. Sofern Ihnen das zusagt, kann ein Tischgebet hilfreich sein. Sofern Sie mit Familie oder Freunden Abendbrot essen vielleicht auch ein gemeinsamer Tagesrückblick mit der Fragestellung: „Was war heute schön?“, “Was hat besonders Freude gemacht?“ oder „Was war schwer?“, „Was hat Kummer bereitet?“

 

Beginnen Sie zu essen und kauen Sie die Nahrung langsam und gründlich bis sie sich im Mund auflöst. So verfahren Sie mit jedem Bissen, bis Sie satt sind. Idealerweise legen Sie das Besteck zwischen den Bissen ab und beladen Sie die Gabel erst wieder, wenn Sie die Nahrung vollständig geschluckt haben. Konzentrieren Sie sich nun nur noch auf diesen Moment und lasse nicht mehr Revue passieren, was vor einer Stunde war oder was gleich noch kommt. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Nahrung und nehmen Sie sie bewusst wahr. Schmeckt sie salzig oder süß? Welche Konsistenz hat das Essen? Welche Komponenten und Gewürze schmecken Sie? Bleiben Sie im Hier und Jetzt und beobachten Sie - ohne zu bewerten - was Sie spüren und empfinden.

 

Bleiben Sie achtsam und genießen Sie das Leben!

P.S. Weitere Achsamtkeitsübungen zum Trainieren finden Sie am Ende jedes Kapitels des ersten Teil des Buches "Achtsamkeit und die Kunst des bewussten Essens".

 

 

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