Der böse Weizen

January 31, 2016

Worum geht's ?

 

 

Lange habe ich mich dagegen gewehrt, ein Lebensmittel, das derart tief in unserer Kultur verankert ist, zu verteufeln. Insbesondere, weil ich gutes Brot besonders gerne esse. Nach der Lektüre von drei Büchern einschlägiger Experten auf dem Gebiet (siehe unten) kann ich meine Ablehnung gegen die sog. Low-Carb-Ansätze nicht länger aufrechterhalten.

 

Weizen macht dick

Da Kohlenhydrate reine Brennstoffe sind, sollte sich die Menge, die wir über die Nahrung aufnehmen, immer an unserem individuellen Bedarf messen. Also das, was wir auch tatsächlich verbrauchen. Als Menschen tagsüber noch körperlich mit Muskelkraft gearbeitet haben, machte die Empfehlung der DGE, reichlich Getreide zu essen, durchaus Sinn. Heute sitzen die meisten von uns jedoch viele Stunden am Schreibtisch und oft mangelt es darüber hinaus an ausreichend Bewegung. Nehmen wir mehr Kohlenhydrate auf als wir verbrauchen, führt das zu Problemen. Der Verzehr von kohlenhydrathaltigen und stärkereichen Nahrungsmitteln lässt den Blutzuckerspiegel rasant und hoch ansteigen. Das veranlasst die Bauchspeicheldrüse Insulin auszuschütten. Das Insulin sorgt dafür, dass die frei werdenden Zuckermoleküle aus dem Blut in die Zellen transportiert werden, wo sie in Leber und Muskeln in Form von Glykogen gespeichert werden und als Energie zur Verfügung stehen. Kann der Körper jedoch der Menge nicht mehr Herr werden, etwa weil Leber und Muskeln aufgrund der Menge an Kohlenhydrate keine Glukose mehr aufnehmen können, speichert er den Zucker als Körperfett im Bauch und in den Organen ab[1]. Von einer Fettverbrennung sind wir dann meilenweit entfernt, denn der Körper macht ja gerade das Gegenteil – er lagert Fett ein. Das ist ein Aspekt, dem uns bewusst sein sollten, wenn wir abspecken wollen. Kohlenhydrat- und stärkehaltige Kost macht daher vereinfacht gesagt dick, belastet unsere Organe und schadet der Gesundheit, indem sie unter anderem zu Insulinresistenz führen kann. Denn irgendwann wirkt das Insulin nicht mehr wie es soll. Die Folge kann Diabetes sein. Um festzustellen, wie sich ein Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel auswirkt, ist der Glykämische Index – wenn auch umstritten – zumindest eine erste Indikation: Je niedriger der Wert, desto niedriger steigt beim Verzehr der Blutzuckerspiegel. Das kann man googeln.

 

Weizen macht krank und schädigt unser Gehirn

Der vor allem in Brot und Backwaren oft verwendete Weizen wurde durch massive Züchtung in den letzten Jahrzehnten sehr stark verändert, und zwar ohne dessen Verträglichkeit für den Menschen zu überprüfen[2]. Mit verheerenden Folgen: Abgesehen davon, dass Weizen die Fetteinlagerung besonders begünstigt, stehen die im heutigen Weizen enthaltenen Proteine und das Gluten im Verdacht, für diverse Krankheitsbilder verantwortlich zu sein [u.a. Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), Darmentzündungen, Leaky-Gut-Syndrom (durchlässiger Darm), Darmkrebs]. Ein hoher Blutzuckerspiegel löst darüber hinaus eine sog. Glykierung aus. Vereinfacht gesagt verhaken sich dabei Glukose, Proteine und bestimmte Fette ineinander und machen das Gewebe und die Zellen steif und unflexible – auch die Gehirnzellen. Das trägt signifikant zur Degeneration des Gehirns und seiner Funktionen bei. „Das Gehirn reagiert ausgesprochen empfindlich auf Glykierung durch Glukose, wobei Gluten diese Schädigung beschleunigt. Aus neurologischer Sicht kann Glykierung zum Schrumpfen von wichtigem Gehirngewebe führen“[3]. Darüber hinaus docken sog. Weizenpolypeptide an den Morphinrezeptoren des Gehirns an, denselben Rezeptoren, an denen auch Opiate ansetzen [3]. „Solange wir Weizen essen, erzeugt die Verdauung morphinartige Substanzen, die sich an die Opiatrezeptoren des Gehirns anheften und Sucht- und Entzugserscheinungen hervorrufen können.“[3]. Erschreckend, oder?

 

Und jetzt?

Die US-amerikanischen Autoren empfehlen die radikale „Weizenektomie“, d.h. Weizen sofort und komplett aus dem Speiseplan zu streichen. Das gilt auch für die zwar weniger schlimmen, aber immer noch ungesunden Getreidesorten wie Roggen, Gerste und Dinkel. Auch Vollkornprodukte helfen nicht, obwohl sie gerne als gesund angewiesen werden. Zwar sind Vollkornprodukte aufgrund der enthaltenen Ballaststoffe in jedem Fall dem Pendant aus raffinierten Mehlen vorzuziehen. Doch auch Vollkornmehle führen zu einem signifikanten Anstieg des Blutzuckerspiegels, enthalten Gluten mit den gleichen Konsequenzen und sollten nur begrenzt verspeist werden. Also dann Getreide komplett streichen? Das ist gar nicht so leicht, denn es ist allgegenwärtig. Und es ist ja auch nicht so, dass der Körper gar keine Kohlenhydrate verarbeiten könnte. Meine persönliche Zielsetzung ist daher, Brot, Pasta, Pizza und Co. zunächst drastisch zu reduzieren und so oft es geht ,aus alternativen Mehlen selbst herzustellen oder zu kaufen. Sofern Sie beim Backen nicht auf Getreidemehl verzichten wollen, ersetzen sie Mehlanteile durch eiweiß- und ballaststoffreiche, aber glutenfreie Mehle wie Buchweizen-, Quinoa-, Süßlupinen-, Mandel-, Teff-, Buchweizen-, Hanf-, Kokos- oder Kichererbsenmehl. Ansonsten habe ich folgende Vorschläge für Sie: Ersetzen Sie Weizen durch: Frisches Gemüse, Kräuter, Pilze (Kartoffeln in maßvollen Portionen); Frisches Obst;  Nüsse, Kokosnuss, Kerne, Keimlinge, Saaten; Sojaprodukte; Hülsenfrüchte, z.B. weiße Bohnen, Kidneybohnen, Linsen (in maßvollen Portionen); Pseudo-Getreide wie: Buchweizen, Hirse, Quinoa, Aramanth, Naturreis, Chiasaat und hieraus hergestellte Produkte (in maßvollen Portionen); Roggen, Gerste, Bulgur, Dinkel, Grünkern, Hafer (in kleinen Mengen). Ich werde nun experimentieren und in der nächsten Zeit meine Lieblings-Low-Carb-Rezepte hier einstellen.

 

[1] Dr. Worm, Nicolai; „Menschenstopfleber – die verharmloste Volkskrankheit“, systemed 2013

[2] Dr. Perlmutter, David; „Dumm wie Blut – wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört“, Mosaik 2014

[3] Dr. Davis, William; „Weizenwampe – warum uns Weizen dick und krank macht“, Goldmann 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[1] Davis, ; Worm, N., "Menschenstopfleber", Systemed 2013; Pertmutter, , "Dumm wie Brot"

 

 

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