Wasser ist der "Cash Flow" des Körpers

February 14, 2016

 

Wenn ich darüber spreche, wie wichtig es ist, ausreichend Wasser zu trinken, bekomme ich eigentlich immer die gleiche Antwort: "Ja, ich weiß. Ich müsste auch viel mehr trinken. Irgendwie schaffe ich es aber nicht." Sofern es Ihnen auch so geht, empfehle ich wärmstens das Buch von Dr. med. F. Batmanghelidj "Sie sind nicht krank, sie sind durstig!" Der Mediziner wurde 1979 für drei Jahre von der iranischen Revolutionsregierung inhaftiert. Als politischer Gefangener standen ihm keine Medikamente zur Verfügung. Trotzdem behandelte er mehr als 3000 Fälle von stress-bedingten Magengeschwüren mit Wasser und Salz. Seither beschäftigt er sich mit Dehydration und dadurch verursachten Krankheiten. Das Buch ist sehr beeindruckend!

 

Seine Botschaften sind genauso simpel wie plausibel. Der Körper funktioniert wie die Marktwirtschaft; er wird durch Angebot und Nachfrage reguliert. Bei der Rationierung des körpereigenen Wassers werden die Körperfunktionen streng überwacht. Keine Struktur erhält mehr als den für sie bestimmten Anteil, der sich jeweils aus ihrer funktionellen Bedeutsamkeit ergibt. Bei Mangelerscheinungen wird der Wasserhaushalt dementsprechend von einem strengen Rationierungssystem reguliert. Das dem Organismus zur Verfügung stehende Wasser wird dort verbraucht, wo Bedarf besteht. Wird Dehydration jedoch chronisch, werden Funktionen runtergefahren oder gar eingestellt. Das betroffene Organ beginnt dann, den Wassermangel zu signalisieren – durch Krankheitssymptome. Da Wasser (in seiner spezifischen Funktion) alle Körperfunktionen reguliert, ist es laut Batmanghelidj „unsere Hauptenergiequelle – der Cashflow des Körpers.“ Es macht also viel Sinn, diesen Flow kontinuierlich am Fließen zu halten.

 

30ml Wasser (Säfte, Limonaden, Kaffee etc. zählen nicht) pro Kilogramm Körpergewicht sollten wir über den Tag verteilt trinken. Und zwar vorsorglich, nicht erst, wenn wir Durst haben. Das Gegenargument eines Ernährungsberaters, das ich kürzlich in einem Interview gelesen habe (man müsse nicht über den Durst trinken, denn schließlich würde man ja auch nicht auf Vorrat essen) hinkt. Unser Organismus kann in Zeiten des Hungers auf Fettreserven zurückgreifen. Obwohl unser Überleben davon abhängt, hat der Mensch aber kein dem Fettspeichersystem vergleichbares Wasserspeichersystem. Wir sind eben keine Kamele.

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