Fermentierte Lebensmittel - Balsam für Ihre Darmflora

May 2, 2016

Worum geht's ?

 

Gesunde Ernährung wird - neben achtsamen Essen - am besten durch einen ausgewogenen Speiseplan und Variantenreichtum bei den Lebensmittelauswahl gewährleistet. Sofern Sie viel pflanzliche Kost in allen Farben, Hülsenfrüchte, Nüsse und andere gute Fette sowie ballaststoffreiche Produkte integrieren, kann nicht mehr viel schief gehen. Ab und zu sollten es auch fermentierte Lebensmittel sein. Fermentierung (lat. "fermentum" - Gärung) bezeichnet die enzymatische Umwandlung organischer Stoffe, und zwar durch Bakterien, Pilze oder Enzyme. Die für die Fermentierung von Lebensmittel relevante Gärung läuft anaerob, das heißt ohne Sauerstoff ab. Durch den Verzehr von fermentierten Lebensmittel legen ihre Lebendkulturen ein genetisches Reservoir in unserem Darm an, das unsere Stoffwechselfähigkeiten, unsere Immunfunktion und viele weitere regulativen physiologischen Fähigkeiten verbessert und vor allem die Darmflora stärkt [1].

 

Eine Verbesserung unserer Darmflora, die eine entscheidende Rolle für unser Immunsystem spielt, haben viele von uns bitter nötig. Durch die (leider oft zu schnelle) Einnahme von Medikamenten und Antibiotika, Rückstände davon im Trinkwasser und in Nutztieren (außerhalb der Bio-Haltung), die wir verzehren, hinterlassen wir Schadstoffe im Darm, die durch die "guten" Bakterien eliminiert werden müssen. Doch durch die wachsende Einstellung, Bakterien seien unser Feind und müssten bekämpft werden, und die dadurch immer häufiger verwendeten Desinfektionsmittel sorgen wir dafür, dass auch den "guten" Bakterien, die uns vor den "schlechten" schützen könnten, der Gar ausgemacht wird. Wir schwächen unser Immunsystem und werden anfälliger für Krankheiten. Abgesehen davon, dass fermentierte Nahrungsmittel in diesem Sinne Balsam für unsere Darmflora sind, sind sie höchst nährstoffreich und verdauungsfördernd. Der Klassiker in Deutschland ist das Sauerkraut. Neben wunderbaren sekundären Pflanzenstoffen, die im Weißkohl stecken (insbes. Glucosinolate - mit krebshemmenden  Eigenschaften), werden insbesondere die B-Vitamine durch Fermentierung vermehrt.

 

Ich habe mich an diesem Wochenende mit Miso beschäftigt. Hierfür werden vereinfacht ausgedrückt Sojabohnen mit Reis oder Gerste in einem natürlichen und aufwendigen Verfahren fermentiert. Aus der japanischen Küche und einer makrobiotischen Ernährungsweise sind Miso und natürlich fermentierte Sojasaucen nicht wegzudenken. Bitte achten Sie darauf, dass sowohl Miso als auch Sojasaucen traditionell fermentiert wurden. Denn werden fermentierte Lebensmittel in der Massenproduktion erhitzt (pasteurisiert), werden auch die wertvollen Lebendkulturen zerstört. Ich habe verschiedene Gerichte ausprobiert und bin vor allem von einer Miso-Suppe, die ich mit weißem und grünem Spargel sowie Thai-Basilikum und Ingwer angerichtet habe, begeistert: kalorienarm, tolle Nährstoffe, anregende Aromen und richtig lecker. Das Rezept findet Ihr unter "Rezepte und Tipps" - weitere folgen.

 

 

[1] Meine Buchempfehlung: Sandor, Ellix Katz; "Die Kunst des Fermentierens", Kopp Verlag 2015. Ein wirklich sehr inspirierendes Buch mit sehr vielen Rezepten und hilfreichen Informationen. 

Please reload

  • Facebook Social Icon
  • Instagram Social Icon

100% plant based