Gesunde Ernährung - was ist das?

January 5, 2016

Worum geht's ?

 Die in den Medien diskutierten Anforderungen an gesunde Ernährung sind vielfältig und widersprechen sich auch gerne mal. In der einen Empfehlung werden Kohlenhydrate als Übeltäter identifiziert, in der anderen das böse Fett. Die eine Diät propagiert den Konsum von Fleisch aufgrund des angeblich wertvollen Proteins, während die WHO verarbeitetes Fleisch gerade als krebserregend deklariert hat. Manche schwören auf pflanzliche Rohkost, die anderen versuchen um jeden Preis, sog. Superfoods in den Speiseplan einzubauen. Insgesamt liegt der Fokus auf den vermeintlich richtigen Nährstoffen. Doch was dem einen gut tut, kann dem anderen Probleme bereiten. Und leider tendieren wir immer mehr dazu, uns ausschließlich von Empfehlungen Dritter leiten zu lassen, anstatt selbst zu evaluieren, was uns persönlich gut tut. Natürlich ist es hilfreich, ein grundsätzliches Verständnis davon zu haben, welche Lebensmittel wertvolle Nährstoffe haben und welche nicht. Aber davon treiben lassen sollten wir uns nicht. Letztlich sind die durch Ernährung bedingten Stoffwechselvorgänge so komplex und beziehen viele tausend chemische Stoffe mit entsprechenden Auswirkungen ein, dass niemand ganz genau weiß, was gute Ernährung tatsächlich ausmacht. Allein deswegen können Ernährungsempfehlungen nur eine grobe Richtung vorgeben, sind für die breite Masse gestrickt und kennen die individuellen Bedingungen und Gegebenheiten unseres Körpers nicht. Wie könnten sie das auch?

 

Es gibt nur einen einzigen, der die Disposition und die Bedürfnisse unseres Körpers genau kennt, und zwar unser Körper selbst. Ja, ok... mit dem Bild rechts habe ich vielleicht ein bisschen übertrieben ... eye candy for the ladies... Aber... obwohl unser Körper faktisch die verlässlichste Quelle ist, vernachlässigen wir genau diese am meisten. Grober Fehler! Wir sollten genau zuhören, wenn er uns etwas mitteilt, um wichtige Informationen über die für uns persönlich richtige gesunde Ernährung zu erhalten. Damit meine ich nicht die Stimme unseres inneren Schweinehunds, die sagt: »Komm, lass uns zur Frittenbude fahren!« Es geht um die Signale, die unser Körper sendet, wenn er etwas braucht, wenn ihm etwas gut tut oder auch nicht, wie es ihm nach dem Essen geht und ob es ihm bekommt oder nicht. Diese Signale sendet uns unser Organismus aufgrund seiner somatischen Intelligenz.

 

"... Oft ist es gerade die somatische Intelligenz, die uns mit ihren Signalen wichtige Informationen über unsere Ernährungsbedürfnisse gibt, indem sie uns zum Beispiel Lust oder Unlust auf ein bestimmtes Essen macht oder uns über das wichtige Kriterium der Bekömmlichkeit zu verstehen gibt" führt Thomas Frankenbach aus. Jedes Lebenwesen hat diese somatische Intelligenz, allerdings "...steuert unser Organismus deren Signale vegetativ, das heißt, ohne unser bewusstes Zutun." Umso schwerer ist es in unserer heutigen reizüberfluteten und schnelllebigen Zeit, diese Signale noch wahrzunehmen. Achtsamkeit ist auch hier das Schlüsselwort.

 

Meine Buchempfehlungen: Beate Caglar, „Achtsamkeit und die Kunst des bewussten Essens“, Integral Verlag, April 2016 und Thomas Frankenbach, „Somatische Intelligenz – Hören, was der Körper braucht“, Koha-Verlag 2015

 

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