Achtsam essen - wie geht das?

October 16, 2016

Worum geht's ?

Den Begriff Achtsamkeit haben wir alle schon gehört und die meisten von uns gehen davon aus, dass uns Achtsamkeit gut tut. Bei der Verbindung von Achtsamkeit und Ernährung tut man sich noch ein bißchen schwer. So werde ich oft gefragt, was man denn tun soll, um achtsam zu essen. Entspannen? Nein!

 

Achtsamkeit bedeutet, diesen Moment mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu spüren, was gerade passiert. Wir sehen, riechen, hören, fühlen oder schmecken ganz bewusst. Achtsamkeit hat kein Ziel und kennt keine Absicht. Vielmehr beobachten wir uns oder was um uns herum passiert, wie ein unbeteiligter Dritte, der weder urteilt noch antreibt. Alles darf so sein und bleiben, wie es gerade ist. Der Versuch, sich bewusst zu entspannen, ist weder nötig noch hilfreich. Zum einen lenkt er von der achtsamen Wahrnehmung ab. Zum anderen setzt die Entspannung als ein wunderbarer Nebeneffekt von ganz alleine ein, wenn wir Achtsamkeit praktizieren. Sobald wir mit unseren Sinnen konzentriert wahrnehmen, wird ein anderer Schaltkreis im Gehirn aktiv. Nämlich der, der nichts mit dem ermüdenden Gedankenkarussell zu tun hat, dass viele von uns so übel traktiert und stresst (Ich kann davon ein Lied singen).

 

In der Ernährung bedeutet Achtsamkeit genau das gleiche: Wir sehen, riechen, hören, fühlen und schmecken unser Essen. Schöpfen Sie ruhig die ganze Bandbreite Ihrer Sinnesorgane aus und üben Sie mit allem, was Ihnen zur Verfügung steht. Wann haben Sie das letzte Mal Ihr Essen gefühlt, bevor Sie gegessen haben? Wann haben Sie bewusst daran gerochen, und nicht nur um so prüfen, ob die Milch sauer ist. 

 

Ausgehend von diesem - nennen wir ihn mal -  "Grundfall" des achtsamen Essens kann man viele weitere Aspekte betrachten. Angefangen beim sorgfältigen Einkaufen und der liebevollen Zubereitung der Speisen sollten wir uns darüber hinaus fragen: Warum wollen wir denn jetzt überhaupt etwas essen? Diese Frage ist besonders für Menschen hilfreich, die Körpergewicht verlieren wollen oder an Essstörungen leiden. Tatsächlich unterscheiden wir verschiedene Arten des Hungers und die wenigsten davon haben damit zu tun, dass unser Körper Nahrung braucht.  Achtsam zu beobachten, welches Bedürfnis wir gerade stillen wollen, erlaubt uns wertvolle Rückschlüsse zu ziehen. Diese Weisheit unseres Körper können wir jeden Tag erleben, auch beim Essen.

 

Um die wohltuende Kraft von Achtsamkeit zu nutzen, sollte man jeden Tag üben. Entweder im Rahmen unseres Alltags, z.B. in dem wir mal ganz bewusst eine schöne Blume betrachten und an ihr riechen oder eben beim Essen. Wir essen in der Regel notwendigerweise jeden Tag und das muss daher auch nicht mühsam eingeplant werden. Eine kleine, ganz einfache Achtsamkeitsübung, die Sie ab heute jeden Tag durchführen können, nennt sich "Atemzug".

 

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" wusste schon Herman Hesse. Und es stimmt: immer, wenn wir etwas Neues beginnen oder eine Handlung anfangen durchzuführen, liegt in diesen Anfängen eine große Kraft, die wir nutzen können (Einzelheiten hierzu: "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", Blogbeitrag vom 21. Februar 2016). Wenn Sie sich das nächste Mal zum Essen an den Esstisch setzen, nehmen Sie nicht gleich das Besteck in die Hand und fangen an, zu essen. Nehmen Sie einen tiefen Atemzug und atmen Sie ganz bewusst alle Ängste und Sorgen, die Sie bis zu diesen Zeitpunkt begleitet haben, aus. Vielleicht braucht es dazu auch noch einen weiteren oder mehrere Atemzüge. Lenken Sie nun Ihre Konzentration auf das Essen und beginnen Sie, achtsam zu essen.

 

Wie letzte Woche versprochen, hier das Rezept für eine Kurkuma Latte. Die morgendliche Zubereitung könnte das erste achtsame Ritual des Tages sein. 

 

 

 

 

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