Aktionswoche "Mindful Eating"

October 9, 2017

Worum geht's ?

Heute geht es los: Die Aktionswoche "Mindful Eating - Food for all your senses!" im Sale e Pepe, einem der wunderbaren Restaurants im Campus Kronberg. Ich esse hier rund 120 Mal im Jahr und bin eigentlich immer begeistert. Das Essen wird liebevoll zubereitet und ist richtig lecker! In den vergangenen Wochen habe ich mit Küchenchef Ersan, Küchendirektor Florian und Marketing-Chefin Shela mehrfach zusammen gesessen, um spannende Gerichte auszusuchen und die Aktion zu gestalten. Denn in der nächsten Woche werden an der Kochstation Oregano meine Gerichte gekocht. Viele davon aus meinem Buch "Achtsamkeit und die Kunst des bewussten Essens". Bin sehr gespannt...!

 

Am Montag gibt es Kürbis-Kokossuppe mit Kardamom und frischem Koriander (Bild oben links).

 

 

 

Darüber hinaus Rote Beete-Zimt-Carpacchio mit rosa Grapefruit, Granatapfelkernen, rosa Pfeffer und gerösteten Pistazien (Bild oben); Halloumi-Burger mit Würzkarotte, Erdnuss-Tamarinden-Sauce und Tandoori-Süßkartoffeln an Kräuterdip und zum Nachtisch Pflaumen-Hanf-Crumble mit Vanillesauce. Klingt gut?

 

Was aber bedeutet "Mindful Eating" - Achtsame Ernährung eigentlich?

Gesunde Ernährung verbinden wir mit gesunden Lebensmitteln. Das ist zwar richtig, aber nur die halbe Miete. Um gesund und leistungsfähig zu bleiben, sollten wir auch die Art und Weise, wie wir essen, unter die Lupe nehmen. Doch da sieht es eher düster aus.

 

Nach aktuellen Ernährungsstudien wird die Nahrungsaufnahme immer mehr zur Nebensache. Regelmäßige Mahlzeiten gibt es kaum noch. Jeder vierte Befragte isst unterwegs im Gehen und Stehen. Die Mittagspause, die uns während eines anstrengenden Arbeitstages eine Verschnaufpause und eine kleine Oase der Ruhe verschaffen könnte, wird kaum noch genutzt. Auf dem Essenstablett liegt das Smartphone, damit wir permanent erreichbar sind; die Speisen werden in Windeseile verzehrt, denn man muss ja schnell wieder zurück an den Schreibtisch; der letzte Bissen ist noch im Mund, da geht’s schon zum nächsten Meeting. Wieder andere planen gar keine Zeit zum Essen ein, sondern essen vor dem Computer, während sie weiterarbeiten. Wir scheinen nicht mehr zur Ruhe zu kommen und sind während des Essens nicht bei der Sache. Dadurch essen wir unbewusst, zu schnell und unkontrolliert. Diese Oberflächlichkeit und Hetze beim Essen ist einer der größten Ernährungsfehler unserer Zeit, denn sie wirkt sich negativ auf unseren Organismus aus. Warum ist das so?

 

Essen in Eile verhindert bereits das so wichtige ausreichende Kauen der Nahrung im Mund. Denn Kauen ist der erste Verdauungsschritt, indem Kohlenhydrate durch Speichelenzyme gespalten werden. Unter Stress funktionieren auch die weiteren Verdauungsstationen nicht wirklich gut. Der Teil unseres vegetativen Nervensystems, der sich Sympathikus nennt, bereitet den Organismus in Stresssituationen auf Kampf oder Flucht vor, indem er die Herzfrequenz erhöht, den Atem beschleunigt, die Blutgefäße verengt und die Ausschüttung von Stresshormonen anregt. Ein Effekt davon ist, dass unsere Körperenergie vor allem in unsere Arme und Beine fließt. Denn hier wird sie zum Kämpfen oder Flüchten gerade am meisten gebraucht, auch wenn tatsächlich gar kein Kampf oder Flucht ansteht. Folglich ist nicht mehr genug Energie in unserem Verdauungstrakt, um Nährstoffe optimal zu verdauen. Um das zu bewerkstelligen müssen wir den anderen Teil unseres vegetativen Nervensystems, den Parasympathikus, anregen. Er sorgt dafür, dass sich unsere Herzfrequenz verlangsamt, der Atem beruhigt und das Verdauungssystem gut funktioniert. Leichter gesagt als getan, wenn man den ganzen Tag unter Strom steht. Hier kommt nun die Achtsamkeit ins Spiel.

 

Ziel von Achtsamkeit ist es, diesen Moment im Hier und Jetzt buchstäblich mit allen Sinnen wahrzunehmen. Das bedeutet, wir sehen, riechen, hören, fühlen und schmecken ganz bewusst. Das geht auch beim Essen und hat einen wunderbaren Effekt: Sobald wir mit unseren Sinnen diesen Moment konzentriert wahrnehmen, wird der Parasympathikus angeregt und ein anderer Schaltkreis im Gehirn aktiv, als der, der mit dem ermüdenden und sorgenvollen Gedankenkarussell zu tun hat, das viele von uns so übel traktiert.

 

Wir laden Euch in der Aktionswoche „Mindful Eating – Food for all your senses“ ein, eine vielleicht für Euch neue Art des Essens auszuprobieren. Wer nicht im Campus Kronberg isst, kann überall anders, auch zuhause üben.

 

Schaut und probiert aus, was Euch von den nachfolgenden Anregungen guttut:

  • Verstaue Dein Handy in der Schreibtischschublade.

  • Lass gedanklich auf dem Weg von Deinem Schreibtisch zu Sale e Pepe (oder wo auch immer Du isst) den vergangenen Vormittag bewusst zurück und gönne Dir für die nächsten 30 Minuten eine Pause. Alle Themen sind immer noch da, wenn Du zurückkehrst.

  • Mache Dir auf dem Weg zu Sale e Pepe bewusst, dass nun eine Zeit der Ruhe und Erholung beginnt. Auch ein Auto kann nicht mit 200 km/h zur Tankstelle fahren und an der Zapfsäule eine Vollbremsung machen, um in Eile Kraftstoff aufzutanken. Es muss die Geschwindigkeit reduzieren und an der Zapfsäule warten, bis der Tank wieder gefüllt ist. Das dauert eine gewisse Zeit.

  • Wir haben Gerichte für Euch ausgewählt, die es bislang im Sale e Pepe noch nicht gab. Nutze die neuen Speisen, um Deine Aufmerksamkeit auf Deine Mahlzeit zu richten. Kaue gründlich und versuche zu schmecken, was Du isst. Stell Dir vor, Du bist ein Restaurant-Kritiker, der schriftlich niederlegen soll, wie das Essen aussieht, wie es schmeckt, wie es sich anhört, wie es riecht und wie es sich anfühlt. Ja, da ist jetzt Deine Fantasie gefragt!

Noch ein Tipp zu Schluss: Unser Parasympathikus wird besonders durch positive Gefühle angeregt. Überlege Dir doch mal vor dem Essen (vielleicht auf dem Weg zu Sale e Pepe), was an diesem Tag bislang gut verlaufen ist. Wofür bist Du heute dankbar? Dazu fällt jedem von uns etwas ein!

 

Ich wünsche ganz viel Spaß beim Experimentieren!

 

 

 

 

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