Stress-Management durch Shinrin-yoku

May 18, 2019

Worum geht's ?

Durch die Wälder streichen, Stöcke sammeln, weiches Moos streicheln, Bäume umarmen. Dieses unbeschwerte Verweilen in der Natur aus unserer Kindheit ist vielen in unserer schnelllebigen Welt verloren gegangen. Dabei hat es vielleicht sogar therapeutische Wirkung, das versucht die Wissenschaft hierzulande derzeit zu erkunden.

 

Für Japan steht das schon lange fest. Denn japanische Studien belegen: Durch das Einatmen der ätherischen Öle, die die Bäume in die Waldluft abgeben, wird unser Immunsystem gestärkt. Unser Körper produziert aufgrund der in der Waldluft enthaltenen Terpene vermehrt so genannte Killerzellen, die gegen Krebs wirken. Zudem verringern Aufenthalte im Wald Angstzustände, Depressionen und Wut, Stresshormone und steigern die Vitalität („Acute effect of walking in forest environments on cardiovascular and metabolic parameters“ (Qing Li, et al). Bereits nach 1 Stunde im Wald könne man diese Effekte nachmessen.

 

Das japanische Landwirtschaftsministerium führte das Waldbaden („Shinrin-yoku“) bereits Anfang der 80er Jahre ein. Seitdem ist es fester Bestandteil der japanischen Gesundheitsvorsorge. Eine große Bedeutung hat hierbei die Achtsamkeit. Denn Waldbaden bedeutet nicht, einfach durch den Wald zu laufen, sondern die Atmosphäre mit allen Sinnen aufzunehmen. „Schau dir die Farben der Bäume an, atme tief ein, hör die Blätter rauschen. Wenn Du müde bist, darfst du dich ausruhe, wo und wann du willst. Wenn du durstig bist darfst du etwas trinken, wo und wann du willst. Dreckige Hände machen dich gesund. Waldgänge klären deine Gedanken.“ So die Anweisungen eines japanischen Professors, der mit seinen Studenten Shinrin-yoku praktiziert.

 

Vielleicht wollen auch wir mal wieder tief in die Welt des Waldes eintauchen und die einzigartige Atmosphäre in uns aufnehmen, indem wir bewusst unsere Aufmerksamkeit auf das legen, was wir in diesem Moment sehen (die betörende Farbe Grün), hören (das Singen der Vögel oder das Rauschen der Blätter), fühlen (das weiche Moose), schmecken (leckere Beeren, die am Wegesrand wachsen) und die wunderbare Waldluft riechen. Der nächste Waldbesuch könnte dadurch zu einer kleinen Meditation werden. Der Effekt ist der gleiche wie bei allen anderen Achtsamkeitsmeditationen: Die Schaltkreise unseres Gehirns, die für das permanente und oft so sorgenvolle mentale Geplapper zuständig sind, kommen zur Ruhe. Das Ergebnis ist Entspannung und Entschleunigung. Deswegen ist Shinrin-yoku in Japan eine anerkannte Stress-Management-Methode.

 

Wer noch mehr darüber erfahren möchte kann im Internet stöbern. Es gibt viele Seite dazu. Diese hier beschäftigt sich vor alle mit den Forschungsergebnissen und gesundheitlichen Aspekten: www.natureandforesttherapy.org

 

 

Mit allen Sinnen!

 

 

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