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Dauersitzen vor dem Bildschirm?


Ein kleines Schwätzchen an der Kaffeemaschine in der Teeküche des Büros, gemeinsame Mittagspausen mit netten Kollegen oder physische Treffen, bei denen man Menschen auch mit anderen Sinnen als Sehen (am Bildschirm) oder Hören wahrnimmt: All das fällt derzeit im Home Office flach. Gefühlt sitzen wir viele Stunden vor dem Bildschirm und haben eine Videokonferenz nach der anderen. Mir geht das seit geraumer Zeit zumindest so. Manchmal ist kaum Zeit, mal aufs stille Örtchen zu gehen oder ein Glas Wasser aus der Küche zu holen, so eng getaktet sind die Meetings.


Dieses Dauersitzen (auf Stühlen) wirkt sich besonders negativ auf unsere Gesundheit aus, denn es ist mittlerweile eine der Hauptursachen von Krankheiten. Studien zufolge schadet es nicht nur orthopädisch, sondern führt zu einer Zunahme von Herzerkrankungen, Krebs, Diabetes u.a. Und das selbst, wenn man jeden Tag ½ Stunde Sport treibt (sofern man die restlichen 23, 5 Stunden inaktiv im Sitzen oder Liegen verbringt).

Sitting is the new smoking


Dabei gibt es den Stuhl noch gar nicht so lange. Der 1. Stuhl aus industrieller Massenproduktion kam 1853 auf den Markt und ist damit eine relativ junge Erfindung der Menschheit. Davor gab es für Gelehrte Schreibkontore mit Stehpult. Goethe zum Beispiel hat alles im Stehen geschrieben. Griechische Philosophen hatten Wandelhallen, in denen wurde im langsamen Geh-Tempo gelehrt. Davon sind wir heute meilenweit entfernt.


Was kann man aber tun, um Dauersitzen und damit verbundene Nacken- und Rückenschmerzen sowie andere gesundheitliche Probleme zu vermeiden? Neben der Empfehlung, viel gutes Wasser zu trinken, eine Mittagspause einzuplanen, um für 15 Minuten um die Ecken zu gehen und so oft wie möglich, die Körper-Position zu ändern, nachfolgend eine einfache, aber sehr effektive Übung aus dem Qi Gong.


Deine Aufgabe: Stelle Dir einen Blocker von 10 Minuten täglich in Deinen Kalender ein (mit entsprechender Erinnerungsfunktion). In dieser Zeit kannst Du für ein paar Minuten die folgende Übung machen:


„Übung zur Rückkehr des Frühlings“ (Hui Chun Gong)

Hier: Schütteln


Hui Chun Gong ist ein bewegtes Qi Gong der daoistischen inneren Alchimie und basiert auf der Theorie der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin). Dieses Qi Gong, das der Überlieferung nach schon vor 1000 Jahren existiert haben soll, wurde nach chinesischer Quelle bis in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts als Geheimnis gehütet und nur an einige wenige Auserwählte weitergegeben. Medizinische Spezialisten sind aber fest davon überzeugt, dass die Übungen des Hui Chun Gong in ihrer positiven Wirkung einzigartig sind und deshalb Verbreitung verdienen. So begann man von China aus das Wissen über die Welt zu verbreiten. Ich hatte das Glück, vor Jahren einen Kurs dazu besuchen zu dürfen und mag seit her die Übungen des Hui Chun Gong besonders gerne.


Die Rückkehr zum Frühling ist eine Abfolge von 15 verschiedenen Übungen, das Schütteln ist eine davon und geht folgendermaßen: Die Füße stehen im Abstand Deiner Schulterbreite fest auf dem Boden. Die Arme hängen locker an den Körperseiten herab. Komme so gut es geht zur Ruhe und besinne Dich, dass nun eine achtsame Zeit kommt, die nur für Dich ist. Nimm‘ einen tiefen Atemzug und sinke bei der Ausatmung locker in den Knien ab, der Oberkörper bleibt aufrecht. Entspanne während der Ausatmung nochmal bewusst alle Muskeln, auch die Gesichtsmuskulatur! Der Mund kann bei der Übung ruhig offen bleiben, wenn das hilft (ich mache das so - sieht ja keiner…). Nun beginne aus den Kniekehlen heraus mit einer wippenden Auf- und Ab-Bewegung des gesamten Körpers. Die Fußsohlen bleiben fest auf dem Boden und fangen die federnden Bewegungen des Körpers ab. Das wellenförmige Wippen geht ausschließlich von den Kniegelenken aus, die Schultern sind nicht angespannt oder hochgezogen. Die Bewegungen sollten nicht so sehr an Kniebeugen erinnern, sondern eher an den festen Stand auf einem Surfbrett, das man durch das Wasser navigieren möchte. Die Arme folgen automatisch der wippenden Bewegung, ohne dass sie aktiv bewegt werden. Führe in dieser Form 164 Wippbewegungen durch.


Bei mir dauert das ca. 2 Minuten und das Zählen war am Anfang eine Herausforderung. Warum genau 164? Keine Ahnung. Das sieht der Qi Gong Meister, dem ich "folge", so vor und ich muss ja auch nicht alles hinterfragen (ich höre gerade gedanklich meine engsten Vertrauten lachen).


Welchen Mehrwert bringt diese Übung? Durch das ständige Sitzen wird unsere Muskulatur verspannt, verklebt und das hindert den Stoffwechsel und damit die körpereigene Entgiftung. "Schütteln" reguliert die Funktion der inneren Organe und entlastet das Bindegewebe. Durch die schüttelnden Bewegungen werden Verklebungen des Bindegewebes und der Faszien gelöst. Diese Form der Reinigung stellt eine großartige Erfrischung des Organismus‘ dar (daher der Begriff "Frühling" im Namen). Die Körperdurchblutung wird angeregt, neue Energie kann fließen und das Immunsystem wird nachhaltig entgiftet und gestärkt.



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