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Oh Tannenbaum,...


Eigentlich ist es ein merkwürdiger und verschwenderischer Brauch: Ein Tannenbaum, der (im Falle der beliebten Nordmanntanne) rund 10 Jahre gewachsen ist, wird gefällt, festlich geschmückt, für 1-2 Wochen in die gute Stube gestellt und dann rausgeworfen. Das machen die Deutschen seit über 500 Jahren so und sicherlich auch in diesem Jahr.


Die wohl älteste Quelle, in der die Rede von „die weiennacht baum“ im Hübnerwald in Stockstadt am Main ist, stammt aus dem Jahr 1527. Die erste Erwähnung in der deutschen Literatur lieferte Johann Wolfgang von Goethe in seinem Roman „Die Leiden des jungen Werthers (1774)“, indem er den jungen Werther von der Erwartung eines „aufgeputzten Baumes“ mit „Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln“ schwärmen lässt.


Mittlerweile stehen jedes Jahr rund 28 Millionen Weihnachtsbäume in deutschen Wohnzimmern. Und ich frage mich jedes Jahr, ob das in Zeiten der Klimakrise und des Waldsterbens noch zeitgemäß ist.

Ist das noch zeitgemäß?

Die Umweltorganisation weist in Ihrer Pressemitteilung vom 17. November 2021 darauf hin, dass die meisten der etwa 28 Millionen in Deutschland verkauften Christbäume aus Plantagen stammten, die gedüngt und mit Pestiziden bespritzt würden. Das sei eine enorme Belastung für Böden, Gewässer und Tiere, insbesondere Insekten.


Forstexperte Rudolf Fenner, der für ROBIN WOOD über Weihnachtsbäume informiert, sagte der Zeitschrift „Schrot & Korn“ (Ausgabe 11/2021): „Weihnachtsbäume schaden dem Wald null.“ 90% aller Weihnachtsbäume stammten nicht aus Forst-, sondern aus landwirtschaftlichen Betrieben. Und weil Weihnachtsbäume eine sehr lange Produktionsdauer hätten und die meiste Zeit einfach vor sich hinwachsen dürften, seien sie auch Nischen für allerlei Tier- und Insektenarten. Voraussetzung ist aber, dass die Bäume ökologisch angebaut werden. Um zu erkennen, dass es sich wirklich um einen ökologischen Weihnachtsbaum handelt, sollten die Betriebe mit einem Öko-Siegel zertifiziert sein. ROBIN WOOD veröffentlich jedes Jahr eine Liste, die die Händler von solch' zertifizierten Bäumen ausweist. Und wer jetzt denkt, da stünden nur 2-3 Biohöfe in den Karpaten drauf, der irrt.


Hier geht es zur Weihnachtsbaumliste von ROBIN WOOD.


Und wer trotzdem ein schlechtes Gewissen hat, auf den Brauch aber nicht verzichten möchte, kann mal nach den mittlerweile wirklich guten Alternative eines künstlichen Weihnachtsbaums googlen (z.B. bei Loberon*). Und damit es trotzdem nach Wald riecht, helfen Aromaöle (z.B. von Tanne aus ökologischem Anbau von Sunday Natural*).


Aber jetzt geht es am nächsten Sonntag erstmal um den Adventskranz. Habt einen tollen Sonntag mit vielen achtsamen Momenten!


(*Unbezahlte Marken-/Firmennennung)


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