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Fastenzeit - Reset für Körper & Kopf

  • Feb 15
  • 3 min read

Liest Du auch immer wieder, dass Fasten so gesund sein soll?


Die Wirkungsweise des traditionellen Fastens ist so alt wie die Menschheit selbst. Schon der berühmte griechische Arzt Hippokrates von Kos sprach sich für das Maßhalten oder den Verzicht auf Nahrung aus. Ein Mensch, der gesund, kräftig und jung bleiben wolle, müsse sich darin üben, Maß zu halten. Das Fasten, das im ursprünglichen Sinne einen Verzicht auf feste Nahrung bedeutet, gilt auch heute noch als besonders gesundheitsförderlich.


"Nichts kann uns besser helfen, als eine Selbsterfahrung, ein Erlebnis, das jeder Mensch nur mit und durch sich selbst haben kann [...] Es bietet die wohl beste Möglichkeit, aus dem Zuviel unserer konsumbetonten Zeit herauszufinden und (wieder) zu lernen, maß- und sinnvoll zu essen."

Fastenarzt Dr. Rüdiger Dahlke.


Tatsächlich kann Heilfasten enorme positive Effekte auf den Körper und Geist haben. Durch den Verzicht auf feste Nahrung entlasten wir den Verdauungstrakt, und unser Darmmikrobiom sowie die Schleimhaut können sich regenerieren. Fasten verbessert unsere Insulinsensitivität und kann gesundheitsfördernde Autophagie-Prozesse im Körper anregen. Autophagie ist der Prozess im Körper, durch den Zellen zellulären Müll abbauen und recyceln. Dieser Mechanismus trägt wesentlich zu unserer zellulären Gesundheit, zur Altersregulation und zur Prävention von Krankheiten bei. Studien weisen darauf hin, dass Autophagie bei den meisten Menschen etwa nach 24 Stunden ohne feste Nahrung messbar zunimmt und nach 48-72 Stunden besonders stark aktiviert ist. Viele Fastende berichten zudem von gesteigerter Klarheit und feineren Sinnen, emotionaler Reinigung und Ruhe. Schließlich ist Fasten natürlich auch eine krasse Achtsamkeitsübung, wenn Du Dich und Deinen Körper während dieser Zeit bewusst spürst.


Wichtig ist, dass man sich auf das Fasten gut vorbereitet, denn bei der Art und Weise des Fastens kann man einiges falsch machen. So sollte Fasten bei etwaigen Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme oder psychischen Belastungen wohl durchdacht sein. Bereite Dich mit einschlägiger Fachliteratur vor und überlege, welche Fastenkur zu Dir passen könnte. Am besten sollte Heilfasten unter ärztlicher Kontrolle stattfinden, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden.


Erspare Deinem Nervensystem Stress, indem Du nicht zu abrupt startest oder Deinen Körper beim Fastenbrechen nicht gleich mit schweren Mahlzeiten, Zucker oder Alkohol überforderst. Entlaste Deinen Körper bereits am Vortag mit leichter Nahrung und spüre beim Fasten in Dich hinein: Jeder Tag Entlastung tut gut, aber das sollte kein strenges Dogma werden. Welche Fastenart Du nutzt und wie lange liegt ganz bei Dir. Wenn Du länger als 48 Stunden gefastet hast, dann gestalte den Übergang in Deine normalen Essgewohnheiten langsam und schrittweise mit leichten Mahlzeiten.


Während der ersten Tage kann die sog. Herxheimer Reaktion auftreten, quasi eine Erstverschlimmerung unseres Befindens. Sie entsteht beim Abbau von Schadstoffen, Bakterien oder Stoffwechselrückständen, wenn diese in unser Blut gelangen. Unser Körper ist dann kurzfristig stärker belastet, bevor er diese Abbauprodukte über Leber, Niere, Haut und Darm ausscheidet. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Hautunreinheiten und Stimmungsschwankungen. Als ich das erste Mal gefastet habe, habe ich am zweiten oder dritten Tag brutale Kopfschmerzen bekommen. Das lag vor allem auch am Koffein-Entzug. In der Regel ist das zwar unangenehm, aber meist harmlos und klingt nach 1-2 Tagen ab. Wichtig ist, in dieser Phase viel gutes Wasser zu trinken und die Entgiftungsorgane zu unterstützen, z.B. mit einem guten, alten Fußbad oder Spaziergängen an der frischen Luft.


Das Fasten taucht auch in nahezu allen Religionen der Welt auf, natürlich auch bei den Christen. Deren traditionelle Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch (18.02.) und dauert bis Ostern. Bereits im frühen Mittelalter bereiteten sich die Christen mit Fasten auf das Osterfest vor. Erlaubt war nur eine Mahlzeit am Tag, der Verzehr von Alkohol sowie Fleisch oder anderen tierischen Produkten wie Eier, Milch, Butter und Käse war verboten. Mitte des 16. Jahrhunderts wurden die strengen Regeln gelockert und nur noch auf Fleisch verzichtet. Als Fastenspeisen kamen Fisch, Mehlspeisen und Vegetarisches auf den Tisch.

Eine Seite aus einem Fastenbuch
Eine Seite aus einem Fastenbuch

Während Heilfasten in der Regel von einem Verzicht auf feste Nahrung ausgeht, müssen moderne Fastenrituale nicht damit verbunden sein. Neben einem Verzicht auf Alkohol oder Süßigkeiten können auch der Verzicht auf Fernsehen, Auto oder Handy (Digital Detox) Wege sein, um sich auf das Wesentliche zu besinnen. Die Fastenaktion 2026 der evangelische Kirche lautet: "7 Wochen ohne" auf - "Mit Gefühl, ohne Härte". Dabei sollen Teilnehmende sich bis zum 6. April im mitfühlenden Umgang mit anderen und mit der Natur üben. Gute Idee, wie ich finde. Die katholische schlägt "Klimafasten" vor: "Soviel du brauchst – aber eben nicht mehr".


Es gibt also eine Vielzahl von Möglichkeiten.Wichtig ist, dass es sich um eine spürbare und bewusst erlebte Veränderung handelt, die Du als eine Bereicherung empfindest. Letztendlich soll ein Verzicht - wie auch immer er aussehen mag - eine intensive Selbsterfahrung sein und uns mit unseren mächtigen Gewohnheiten verbinden.


Obwohl ich zwar ein sehr spiritueller Mensch bin, aber nicht wirklich religiös, möchte ich die diesjährige Fastenzeit der Christen trotzdem mal wieder ganz bewusst für mich nutzen. Machst Du mit?



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