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Achtsamkeit in den Rauhnächten


Ich sehe schon das Stirnrunzeln: "Was sind denn Rauhnächte?"


Diese Frage habe ich mir vor einigen Jahren auch gestellt, als mir meine Ärztin damals vorschlug, mich während der Rauhnächte von alten Mustern zu verabschieden. Muster, die mir Stress bereiteten. Seither praktiziere ich die Rauhnächte mit großem Elan. Für die diesjährigen Rauhnächte habe ich ein Arbeitsbuch gekauft, mit dem ich mich intensiv auf die Rauhnächte vorbereite und währenddessen eintrage, was ich erlebe. Nach einem sehr anstrengenden und sehr emotionalem Jahr möchte ich bewusst Einiges hinter mir lassen und Platz für Neues schaffen. Ich bin gespannt!


Nach alter Tradition werden hierfür Räucherrituale mit einheimischen Kräutern durchgeführt, um Haus und Hof zu reinigen, Dämone auszutreiben, böse Geister loszuwerden und Raum für neues Licht und das neue Jahr zu schaffen. Ich kann leider nicht räuchern, da bei uns zuhause sofort die Feuermelder angehen. Aber es gibt viele andere Rituale. Schon die alten Germanen haben diese Zeit durch Rituale und Feste für sich genutzt und ihre Zukunft dadurch mitbestimmt. Die Rauhnächte sind eine magische Zeit, denn wir haben in diesen Nächten die höchste feinstoffliche Energie des Jahres! (Empfehlung: Zur Einstimmung nochmal in Kapitel 09. "Das Gesetz der Resonanz und unsere feinstofflichen Körper" des Buches "Achtsamkeit und die Kunst des bewussten Essens" nachlesen). Während der Raunächte werden die Schleier, die die geistige Welt verhüllen dünner und damit bieten sie uns einen Zugang in eine Welt voller Magie. Wer diese Tage zu nutzen weiß, kann viel über sich erfahren.

Was sind die Rauhnächte?

Die Herkunft ist umstritten und auch die Angaben für die Zeit der Rauhnächte variieren. Geht man von der gängigsten Erklärung aus, dann beginnt die erste Rauhnacht in der Nacht des Heiligabend (24. auf den 25. Dezember) und die letzte endet in der Nacht zum 6. Januar. Trotz der Bezeichnung "Nacht" dauern die Rauhnächte jeweils von Einbruch der Dunkelheit bis zum Einbruch der Dunkelheit des darauffolgenden Kalendertages. Das liegt daran, dass wir uns nach dem keltischen Jahreskreis in der Jahresnacht befinden. Und das ist auch die Zeit, die als "zwischen den Jahren" bezeichnet wird. Ich hatte den Ausdruck nie verstanden. Für mich wäre der 31. Dezember um 0:00 h der einzige logische Zeitpunkt "zwischen den Jahren" gewesen. Das hat aber eine andere Bewandtnis.

"Zwischen den Jahren"

Ein Mondjahr, also zwölf ca. 28-tägige Mondzyklen, umfasst 354 Tage. Ein Sonnenjahr hat aber 365 Tage. Es fehlen also elf bis zwölf Nächte. Diese Nächte - die Rauhnächte - liegen damit außerhalb der Zeit, und zwar zwischen zwei Mondjahren. Daher kommt die Zeitangabe "zwischen den Jahren". Unter anderem deswegen gelten sie als mystisch und magisch. Das Schicksal kann neu ausgehandelt und die Zukunft beschwört werden. Der Aberglaube besagt, das Träume, die wir in einer Rauhnacht haben, in Erfüllung gehen. Die Alten nutzten jede Rauhnacht zum Deuten und Orakeln, indem sie alles genau beobachteten: Das Wetter, die Leute, ob das Essen schmeckte, ob gestritten wurde, ob es an jenem Tag Probleme gab oder nicht. Wer es verstand, konnte so den dazugehörigen Monat im Voraus deuten. Denn jede Rauhnacht entspricht einem Monat des kommenden Jahres.


"Alles woran man glaubt, beginnt zu existieren."

Die erste Rauhnacht in der Nacht vom 24.12. auf den 25.12. bezieht sich auf den Januar des folgenden Jahres. Die zweite Rauhnacht vom 25. auf den 26.12. auf den Februar, usw. Vielleicht gibt es einen bestimmten Monat im nächsten Jahr, der Dir besonders wichtig ist. Dann sei in der entsprechenden Rauhnacht besonders aufmerksam.


Jeder Rauhnacht wird ein anderes Thema zugeschrieben. Lass diese magische Zeit möglichst unvoreingenommen auf Dich wirken und nimm' achtsam wahr, was in Dir und Deinem Umfeld geschieht. Aufgrund der hohen feinstofflichen Energie sind die Rauhnächste die beste Zeit des Jahres, um Achtsamkeit zu praktizieren!


Verabrede Dich mit Dir selbst!

Die Rauhnächte sind eine Zeit der Ruhe, des Loslassens und des Bewusstwerdens. Das geht nur mit der nötige Zeit, die Du Dir für Dich und Deine Rituale nimmst. Verabrede Dich mit Dir selbst und plane eine bestimme Zeit in jeder Rauhnacht, in der Du zur Ruhe kommen kannst. Setzte Dich an einen ruhigen, behaglichen Ort und werde langsamer. Das funktioniert am besten, indem Du Dich mit Deinem Atem verbindest. Beobachte ihn mit Deinem geistigen Auge und verfolge seine Luftzüge. Wenn Du ruhiger geworden bist, denke über diese Rauhnacht nach. Was ist das Thema und was kommt Dir dazu in den Sinn? Schreibe Deine Gedanken auf. Hier gibt es kein richtig oder falsch. Lass' Dich drauf ein und nimm' intuitiv wahr, was geschieht.


23.12. - Aufräumen!

Der Aberglaube sagt: "Unordnung und Dreck ziehen die Wilden an und verursachen Krankheit und dunkle Gefühlsempfindungen." Vor Beginn der Rauhnächte wird daher traditionell am 23.12. nochmal gründlich aufräumt und sauber gemacht. Hier geht es nicht um perfekte Sauberkeit, sondern darum, ein Ritual zu zelebrieren. Kehre symbolisch das "Dunkle" und alle negative Energie aus den Ecken. Beziehe Dein Bett neu und nähe fehlende Knöpfe an.

Die Themen der Rauhnächte

In jeder Rauhnacht geht es um ein bestimmtes Thema und einen Monat im nächsten Jahr. Hier ein paar Stichpunkte zur Inspirtation.


  1. Rauhnacht (24.1.) - Janunar: Grundlage/Stabilität. Still werden - Erinnerungen an das vergangene Jahr - ankommen. Welche Ereignisse haben in diesem Jahr mein Leben beeinflusst? Auf welchem Fundament stehe ich? Worauf kann ich gut stehen? (Wohlstand bedeutet ursprünglich "wohl stehen", nicht viel Geld) Für welche Wurzeln bin ich dankbar? Was möchte Heilung erfahren? Wobei halte ich an überholten Mustern und Gewohnheiten fest?

  2. Rauhnacht (25.1.) - Februar: Inneres Selbst, Innere Stimme. Sich führen lassen - verbunden sein - sich vertrauen. Verbinde Dich mit Deinem eigenen Inneren. Das geht am besten in Stille. Was sind meine Ziele im neuen Jahr? Wer soll mich begleiten? Was oder wer würde mir Kraft für dieses Ziel geben? Gibt es noch etwas zu lösen oder zu erlösen?

  3. Rauhnacht (26.1) - März: Herzöffnung/Alte Angelegenheiten bereinigen. Für Wunder öffnen - Herz öffnen - Selbstliebe - Dankbarkeit. Der März ist der Monat, in dem sich die Natur zum Durchbruch bereit macht und sich erneuert. Wer hat mich im diesem Jahr begleitet, wenn es schwierig wurde? Sind meine Verbindungen in Balance? Was möchte ich stärken oder schwächen, weil es mir nicht gut tut? Was bringt mein Herz zum leuchten?

  4. Rauhnacht (27.1) - April: Alte Glaubensmuster auflösen. Loslassen - frei werden - klären - Richtungswechsel. Dieser Tag steht für das Alte, das versucht, das Neue zu unterdrücken. Es ist der "Tag der unschuldigen Kinder": König Herodes veranlasste den Mord an Kleinkindern, weil er im Sohn Gottes einen Rivalen sah.

  5. Rauhnacht (28.1.) - Mai: Freundschaft. Komfortzone verlassen - Selbstverpflichtung - selbst annehmen. Hier geht es nicht nur um die Freundschaft zu anderen, sondern auch darum, ob Du Dir selbst der beste Freund bist. Wie gehst Du mit Dir um? Bist Du so gnädig mit Dir, wie Du es mit anderen sein würdest? Oder behandelst Du Dich schlechter als andere? Wenn ja warum? Betrachte die Freundschaften des vergangenen Jahres.

  6. Rauhnacht (29.1.) - Juni: Bereinigung. Selbstliebe - sich selbst heilen - für sich sorgen - vergeben. Was möchtest Du im alten Jahr zurück lassen? Was möchtest Du bereinigen? Vielleicht eine Angelegenheit mit einem Familienmitglied? Möchtest Du eine Schuld begleichen? Dann ist heute der Tag dazu. Vielleicht willst Du auch einfach mal Deinen Kleiderschrank ausmisten und die gut erhaltenen Sache spenden.

  7. Rauhnacht (30.1.) - Juli: Vorbereitung auf das Kommende. Abschluss - Vorbereitung auf das Neue. Seit 1582 ist der 31. Dezember der letzte Tag des Jahres. Sylvester begleitet den Übergang von einer abgelaufenen Phase in die neu beginnende Zeit. Daher kommt der Ausdruck: "Guten Rutsch!" Man soll gute Vorsätze für das Jahr fassen und schauen, was sich im alten Jahr erfüllt hat und was nicht. Sofern Du den Vorsatz fasst, eine Gewohnheit zu ändern (z.B. das Rauchen aufgeben), schau' Dir zuvor an, welche Elemente jede Gewohnheit hat, sonst wäre sie keine geworden.

  8. Rauhnacht (31.1.) - August: Neubeginn. Eine Entscheidung treffen - Klarheit und Wahrheit sehen - das Leben feiern - orakeln. Was wolltest Du schon immer mal machen, hast es aber bislang noch nicht gewagt? Was brauchst Du, damit Du es jetzt tust? Im Tarot steht der Narr bei einigen Themen für Neubeginn und für die neugierige, offene und experimentierfreudige Seite. Auch wenn es am Anfang Chaos bedeutet, probiert er sich aus und lässt sich überraschen.

  9. Rauhnacht (1.1.) - September: Weisheit & Segen. Verantwortung übernehmen - Vision - Segen. Es ist nun die Zeit, um sich auf seine innere Mitte zu besinnen und sich auszurichten. In der Mitte liegt Ruhe, Frieden und Kraft. Welche Affirmation soll Dich im nächsten Jahr begleiten? Was brauchst Du, um Deine Mitte zu finden?

  10. Rauhnacht (2.1.) - Oktober: Visionen & Eingebungen. Sinn des Lebens - Zeit sinnvoll nutzen. Wenn wir unseren Weg gehen, können wir aus einer unerschöpfliche Quelle von Möglichkeiten zehren. Was oder wer wäre ich gerne, wenn eine Fee mir jeden Wunsch erfüllen würde, und was müsste ich dafür tun? Wofür verwende ich derzeit meine Lebensenergie? Ist das sinnvoll? Was sollte ich daran ändern?

  11. Rauhnacht (3.1.) - November: Loslassen & Abschied nehmen. Du bist der Schöpfer Deiner Zukunft - Vision Board - Wegefährten. Wenn wir uns mit dem Tod beschäftigen wird uns bewusst, dass unsere Zeit auf der Erde begrenzt ist. Was möchte ich während meiner Lebenszeit erreichen? Was ist endgültig vorbei? Wovon fühle ich mich gefangen und möchte mich befreien? Hält mich der Hüter meiner Gewohnheiten (mein innerer Schweinehund) zurück? Nimm ein großes Plakat, schneide Bilder und Schriftzüge aus Magazinen aus, krame Stifte, Farben, alle möglichen Materialien aus, die Dich ansprechen und erstelle ein Vision Board: Es soll dir das Gefühl für das verleihen, was Du sein möchtest. Stelle Dir dazu Deine Ziele für das kommende Jahr bildhaft vor.

  12. Rauhnacht (4.1.) - Dezember: Transformation. Integration - Zusammenführung. Mit der Dämmerung bricht die letzte Rauhnacht an. Sie endet um Mitternacht auf den 6. Januar. Diese Rauhnacht lässt uns abschließende Korrekturen vornehmen und ein Gesamtbild entstehen. Schau' Dir Dein Rauhnachtstagebuch an. Was ist in den letzten Rauhnächten passiert? Welche Zeichen haben sich für Dich nicht gut angefühlt?

13. Die Nacht der Wunder

Die Rauhnächte sind zuende, aber in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar wird die Perchtnacht gefeiert. Sie bringt nochmal eine ganz besondere Energie mit sich und heißt auch "Nacht der Wunder". Achte heute nochmal bewusst auf Deine Träume. Sie fassen das Thema, welches Dich durch das ganze Jahr begleitet, zusammen. Auch während der Rauhnächte lohnt es sich, ein Traumtagebuch zu führen. Lege einen Notizblock neben Dein Bett und notiere Dir, was Du geträumt hast. Notiere ohne Zögern intuitiv alles, woran Du Dich erinnerst, auch Stimmungen und Gefühle.


Abschiedsritual

Ein wunderbares schamanisches Ritual ist, einen Abschiedsbrief zu schreiben. Das muss nicht unbedingt auf eine Person bezogen sein, sondern kann sich auch auf ein Muster, ein Thema, eine Gewohnheit oder sorgenvolle Gedanken beziehen. Wovon auch immer Ihr Euch verabschieden wollt. Wenn der Brief geschrieben ist, dann verbrennt ihn. Während der Brief verbrennt, lasst Ihr ganz bewusst los und lasst das negative Thema ziehen. Wie ein Schiff, das den Hafen verlässt und nicht mehr zurückkehrt. Die Methode ist einfach. Das Ergebnis zu erzielen nicht immer leicht. Aber, und da mache ich mir mal das Motto von Lotto zu eigen: Wer nicht spielt, hat schon verloren!


Ich wünsche Euch einen friedlichen, herzerwärmenden Heiligabend und spannende, magische Rauhnächte.