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Nährstoffe tanken im (noch) Winter


Eigentlich wollte ich es ja nicht tun. Habe es aber kürzlich dann doch getan: Ich habe eine Küchenmaschine gekauft. Krass, oder? Hahaha. An sich natürlich nichts Spektaluäres, aber vor dem Hintergrund meines jüngsten "Minimalismus-Commitments" (nur noch das zu kaufen, was ich unbedingt brauche) musste ich doch länger überlegen.


„Wenn du erkennst, dass es dir an nichts fehlt, gehört dir die ganze Welt.“

Laozi, chinesischer Philosoph, 6. Jahrhundert v. Chr.



Bislang habe ich Kohl mit einem größeren Messer in dünne Streifen geschnitten. Das hat ewig gedauert. Nicht dran zu denken, wie mein Nacken geschmerzt hat, wenn ich am 23. Dezember 2 Rotkohlköpfe mit einem einfachen Messer und hilfsweise einem Gurkenhobel in Form gebracht, um sie zu Rotkohl zu verarbeiten. Coleslaw, den ich sehr mag und der mich an meine Schulzeit in den USA erinnert, habe ich bislang aufgrund dieses Aufwands nur in Ausnahmefällen zubereitet.


Nun ist aber letzte Woche mein selbst gemachtes Sauerkraut langsam zur Neige gegangen. Mein Mann und ich geben zu fast jeder Suppe 1-2 Löffel fermentierten Weißkohl (Sauerkraut). Zum einen mögen wir das sehr. Zum anderen sind fermentiere Lebensmittel richtig gesund, insbesondere für den Darm (mehr liest Du hier). Nicht zuletzt sind alle Kohlarten im Winter ein toller Nährstofflieferant. Also musste jetzt eine Küchenmaschine her.


Der Einkauf der Küchenmaschine war dann ein eher unerfreuliches Erlebnis. Anstatt im Internet zu bestellen, bin ich zu einem Großhändler gefahren (der Einzelhandel hatte aufgrund von COVID-19 geschlossen). Nach längerer Wartezeit kam eine Verkäuferin, die auf die Frage, ob sie mich beraten könne, sagte, sie könne das. Aus meiner Sicht standen nach dem Studium der Geräte, die ausgestellt waren, zwei Geräte zur Auswahl. Ich erklärte, dass ich eine Küchenmaschine vor allem dafür bräuchte, um Kohl zu schnibbeln (oder neuerdings schnibbeln zu lassen). Sie erwiderte, das könne man mit beiden Geräten tun. Auf meine Frage, warum die beiden Geräte einen deutlich anderen Preis hätten, sagte sie, das eine Gerät könne mehr als das andere. Das ging eine Weile so weiter und da kann ich ja penetrant werden, wenn ich etwas wissen will. Hat aber nicht geklappt. Das einzige was geklappt hat, ist dass die Verkäuferin völlig genervt war, die Frage nicht beantworten konnte und mir "Wenn Sie mir nicht glauben wollen, können Sie ja im Internet recherchieren!" vor den Koffer knallte. Hääähhh? Ich bin doch extra in einen Laden gefahren, um mich beraten zu lassen. Naja, das war wohl zu viel verlangt. Ich habe mich dann für eine Maschine von WMF entschieden, weil ich zu dieser Marke irgendwie Vertrauen habe. Beim Durchlesen der Bedienungsanleitung hat sich das relativiert.


Jedenfalls habe ich mit dieser Maschine mittlerweile milchsauer vergorenen Rotkohl hergestellt (das funktioniert vom Prinzip her wie Weißkohl (Sauerkraut), hat nur eine wunderschöne, betörende Lila Farbe) und heute meinen geliebten Coleslaw. Den gibt es heute Abend zu Chili sin carne, ein Lieblingsrezept meiner Kinder. Gesundheitstechnisch ist der Coleslaw auch toll und unterstützt unser Immunsystem, bevor der Frühling mit seinen tollen, frischen Gaben loslegt. Auch hier kommt ein Löffel Sauerkraut drauf - köstlich!


Wenn Du jetzt denkst: "Ach, der Aufwand mit dem Fermentieren und Schnibbeln lohnt sich doch nicht! Kann man ja auch kaufen", dann sag' ich: "Ja, klar. Man kann alles kaufen. Zum einen macht das Herstellen von eigenen Produkten richtig Spaß! Zum anderen weiß man dann, was man im Topf bzw. im Glas hat. Versuch's doch mal. Sauerkraut herzustellen ist recht einfach.